Tach auch!

Am 11.März 2011 erschütterte das bis dato größte Erdbeben, gefolgt von einem Tsunami, Japan. In Folge dessen kam es zu Störfällen an mehreren japanischen Kernkraftwerken. Das unermessliche Leid der Menschen dort kann wahrscheinlich niemand nachvollziehen, und sicherlich sollten Hilfe und Mitgefühl für die Bevölkerung an erster Stelle stehen. Dennoch ist der unmittelbar entbrannte Streit um die Atomenergie generell und speziell in Deutschland verständlich - und meiner Meinung nach auch absolut notwendig. Auch die schwarz-gelbe Bundesregierung scheint von der Katastrophe, die so offensichtlich niemand der Atomenergiebefürworter erwartet hätte, geschockt. Dennoch steht zu befürchten, dass sie an der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke festhalten will - jedenfalls wenn sich die erste Besorgnis hierzulande gelegt hat und die - richtungsweisenden - Landtagswahlen überstanden sind.

Hierzulande scheint die Gefahr von Tsunamis und auch - zumindest solch heftiger - Erdbeben längst nicht so groß wie in Japan, auch würde vermutlich der sofortige vollständige Ausstieg aus der Kernenergie unser hochtechnisiertes Land vor extreme Energieprobleme stellen. Dennoch ist die Gefahr durch Kernenergie nach wie vor relevant und keinesfalls zu unterschätzen. Aus diesem Grunde wäre meiner Meinung nach zumindest das sofortige endgültige (!) Abschalten der ältesten und unsichersten Reaktoren ebenso zwingend erforderlich wie die Rücknahme der Laufzeitverlängerung.

Dass die endgültige, sichere Lagerung der "Atomabfälle" immer noch nicht geklärt ist kommt zu der ganzen Problematik noch hinzu, ist aber (vorerst?) noch kein Thema auf dieser Webseite...

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Sicher, unsicher, totsicher?

Da die bundesdeutschen Kernkraftwerke sicher sind beschließt die schwarz-gelbe Regierung eine Laufzeitverlängerung um durchschnittlich 12 Jahre. Die Kernkraftwerke sind sicher, durch die Katastrophe in Japan hat sich weder an den Sicherheitsstandards noch an den KKWs selbst etwas geändert. Sollte man meinen...

Deutsche Kernkraftwerke sind sicher!

  • 13.01.1977 Grundremmingen
    Kurzschlüsse an zwei stromabführenden Hochspannungsleitungen, die eingeleitete Schnellabschaltung führte zu Fehlsteuerungen.
  • 18.08.1978 Brunsbüttel
    Zwei Tonnen radioaktiver Dampf treten durch Dachklappen ins Freie aus. Trotzdem lief der Reaktor noch über zwei Stunden weiter. Die Betriebsmannschaft hatte das automatische Sicherheitssystem manipuliert, um die Anlage am Netz zu halten.
  • 16.12.1987 Biblis A
    Beim Anfahren des Reaktors klemmte ein Ventil, erst nach 15 Stunden nahm das Betriebspersonal die aufleuchtende Warnlampe ernst. Der Störfall kam erst nach einem Jahr durch einen Artikel in einer amerikanischen Fachzeitschrift an die Öffentlichkeit; der Betreiber hatte ihn fristgerecht an die Behörde gemeldet, diese veröffentlichte allerdings keine Pressemitteilung.
  • 14.12.2001 Brunsbüttel
    Wasserstoffexplosion in direkter Nähe zum Reaktordruckbehälter. Der Betreiber HEW versuchte den Vorfall weitestgehend zu verschleiern; wäre der Reaktor gleich nach der Explosion vorschriftsmäßig abgeschaltet worden, hätte der Betreiber zu Beginn des Winters für mehrere Millionen Euro Ersatzstrom zukaufen müssen.
  • 08.02.2004 Biblis
    Während eines Sturms gerieten zwei Hochspannungsleitungen in der Nähe des KKW aneinander und verursachten einen Kurzschluss. Daraufhin fiel im Kraftwerk ein Hauptnetzanschluss aus, kurz darauf der zweite. Der Reserveanschluss funktionierte ebenfalls nicht. Die Notstandsstromversorgung von Block A und die Eigenbedarfsversorgung von Block B versagten dann ebenfalls. In der Vergangenheit standen einzelne der vier Notstromaggregate bei regelmäßig wiederkehrenden Prüfungen mehrmals nicht zur Verfügung, jedoch reicht eines aus, um die Aufrechterhaltung der Reaktorsicherheit zu gewährleisten.
  • 27.07.2004 Neckarwestheim
    Zwischenfall durch menschliches Versagen, bei dem mit zwei Megabecquerel kontaminiertes Wasser aus Block II trotz sofort eingeleiteter Gegenmaßnahmen in den Neckar gelangte.
  • 28.06.2007 Brunsbüttel
    Kurzschluss nach dem Einschalten eines neu eingebauten Wandlers. Trotz ausdrücklicher Nachfrage der Reaktoraufsicht am 2. Juli beim stellvertretenden Werksleiter habe dieser dieses meldepflichtige Ereignis zunächst verneint, erst am 6. Juli mittags wurde es offiziell gemeldet.
  • Quelle (und weitere Störfälle): WikiPedia

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Letzte Änderung: 30.06.2011 14:41:54

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